Stand: 27.07.2010 |Autor: sf

Fast ein Blick in die Vergangenheit am Festwochenende zur Feier 500 Jahre Stadtwappen.
500 Jahre Weidener Stadtwappen
kurtzweyl in der Weyden
Weiden. Es ist das Aushängeschild der Stadt. Auf unzähligen Dokumenten, Urkunden, Schildern, Aufklebern und weiteren Medien ist das Stadtwappen zu finden. Im Jahr 2010 wird es ein halbes Jahrtausend alt. Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz verleiht es am 25. Januar 1510 auch im Namen seines Bruders Friedrich II. als ein sogenanntes vermehrtes Wappen. Zuvor besteht es nur aus dem Weidenbaum. Es wird ergänzt mit dem Pfälzer Löwen und den bayerischen Rauten im geteilten und gespaltenen Schild, offensichtlich um Macht zu demonstrieren.
Die Stadt im Bann des Mittelalters
Wie der Wind zieht der Mittelalterzug am Samstag Vormittag vom Lager in der Kurt-Schumacher-Anlage über die Judengasse in die historische Altstadt Weidens ein. Die feierliche Eröffnung erfolgt mit der Übergabe des Wappenbriefes durch einen Reiterboten. Der Markgraf verkündet daraufhin die Marktregeln für die kommenden beiden Tage.
Von Wind und Wetter lässt sich die Gruppe „Cultus Ferox“ nicht vom Musizieren abhalten und gibt für das „gemeine Volk“ über die Tage verteilt in Abwechslung mit dem „Consortium Saltarello Salicense“ und den „Amici Musicae Antiquae“ mehrere Auftritte.
Sünder werden hingerichtet
Das Gesetz ist hart in Weiden. Verbrecher werden oft mit dem Tode bestraft. Gauner, ob gespielt oder real, ziehen durch die Straßen. So trifft es auch an diesem Wochenende einige Sünder, die im Schandkarren zur Hinrichtungsstätte gefahren werden und nach einem Schauprozess öffentlich „hingerichtet“ werden.
Das Erstellen des Wappens
Am Nachmittag versammeln sich die Obrigkeit und das Volk wieder am Alten Rathaus, um dem Wappenmaler den Auftrag zu erteilen, das Wappen in einer Größe zu malen, dass es jeder mit Leichtigkeit erblicken könne.
Konzert der Gruppe „Cultus Ferox“
Am Abend geht es im Max-Reger-Park heiß er. Die „Rockfans“ des Mittelalters versammeln sich an der Bühne am Pavillon, auf der sich die Band die Seele aus dem Leib spielt. Nachdem der „Teufel“ aber auch in der Band mitspielt, sind die „freien Seelen“ schnell wieder eingefangen und gestalten einen Abend mit Musik, wie man sie wohl so nicht oft zu hören bekommt. Neben der Bühne beeindrucken Feuerspucker und Feuerschwinger mit Ihrer Show. Eine perfekte Kombination.
Schausteller, Gaukler und weitere Attraktionen
Wer sich durch das Obere oder Untere Tor in die Mittelalterwelt begibt, kann einiges erleben. Handwerker präsentieren ihre Berufe wie das Papierschöpfen, Schmieden, Buchbinden, Lettersetzen, Backen, Klöppeln. Bei Händlern können Waren aus Leder, Blech, Holz und anderen Materialien erstanden werden. Speis und Trank gibt es auch reichlich. Bier, Schnaps, Fleisch, Teigwaren um nur einige zu nennen. In den Gassen sieht man Gaukler jonglieren. Kinder können sich bemalen lassen, in einer Strohhüpfburg toben oder in einem mechanischen Holzkarussell fahren. Zusammen mit dem Türmer kann das Spektakel vom Kirchturm St. Michaels in luftiger Höhe bewundert werden.
Wappentrunk
Arbeit macht durstig. So wird nach getanem Werk des Wappenmalers das erstellte Stadtsignum dem Volke zur Begutachtung präsentiert (siehe Panorama im Weidenline-Shopping-Bereich). Aus verschiedenen Teilen der Stadt nehmen Bürger es unter die Lupe und tun ihre Meinung kund.
Wer malt das schönste Wappen
Den zuvor ausgerufenen Malwettbewerb gewinnt das Mädchen Anna mit der kreativsten Wappenidee.
Lagerleben
Wer vom Markttreiben eine Auszeit nehmen will, der folgt dem hölzernen Schild zum Lagerleben im Park. Verschiedene Mittelaltergruppen haben dort ihre Zelte aufgebaut. So kann man in Kontakt treten mit Ritterfreunden, eine Runde am Lagerfeuer sitzen oder alte (Kinder-)Spiele aus früherer Zeit ausprobieren. Etwas außerhalb ist Bogenschießen eine Attraktion. Als Ziele stehen ein nachgebildetes Reh oder ein Wildschwein zum Abschuss bereit.
Resümee
Die angesammelte Geschichte des Wappens wurde mit diesem Mittelalterspektakel wieder lebendig. Die geschaffene Atmosphäre durch die vielen Schausteller und Darbietungen weckt die Lust in eine alte Welt einzutauchen.
Fotos und weitere Medien zum Artikel
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