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Stand: 25.07.2010 | Autor: ef

Die Kirche St. Augustin

Die Augustiner in Weiden – ein endgültiger Blick zurück

Der Anfang
Weiden. Der Augustinerorden lässt den Architekten Professor Stumm von 1927 bis 1929 die Kirche St. Augustin erbauen. Angebaut wird das Kloster für die Patres und das katholische Studienseminar.
Äußerlich verschwindet die Kirche fast neben dem beherrschenden Seminarbau. Doch wer eintritt, dem öffnet sich ein überraschend großzügiger Innenraum. Das Hauptschiff ist durch Säulen vom rechten Seitenschiff getrennt. Es ist die der Heiligen Rita geweihte Kapelle.
Ab 1940 wird das recht nüchterne Innere durch den Würzburger Kunstmaler Willy Jakob ausgestaltet. Er erstellt die große Rückwand des Altars.
Professor Josef Schmuderer aus München korrigiert 1954 im Zuge der notwendigen Restaurierung einige Elemente.
Im Rahmen des Vatikanischen Konzils erfolgen weitere bauliche Veränderungen, vom Altar bis zur Kanzel. Die Orgel wird auf den neuesten Stand gebracht.

Pastoral
Die Augustiner haben und behalten in Weiden und auch in der Umgebung einen Namen. Einen hervorragenden. Immer gut verstanden und aufgehoben fühlt sich, wer bei den Augustinern in jeder Lebenslage um Beistand anklopfen durfte, für das Leben wie für den Tod. Auch für die Freude des Lebens, sei es für die Fastenpredigten oder die Begeisterung für den Sport mit Pater Albrecht.
Die Betreuung junger Menschen in ihrer oft schwierigen familiären und zugleich pubertären Situation hat in der Regel erfolgreich geklappt. Die Semi-Mauer war allerdings nicht unüberwindlich. Immer wieder wurden Schüler beim Rückzug aus dem benachbarten Café Ritter geschnappt. Aber sie wurden nicht wie bei der Berliner Mauer erschossen, sondern „katholisch gemacht“, nach der Lehre des Heiligen Augustinus.
Viele rühmen sich heute noch: Wir waren im Semi. Doktores, Professoren, Architekten, Manager, Handwerker, Lehrer…
Das war die gelebte Lehre des großen Kirchenlehrers Augustinus. Gratias agimus.

Das Ende
Das ewige Licht erlischt. Entwicklungen in der Gesellschaft lassen die Bereitschaft junger Menschen für einen Ordensberuf stark schwinden.
Die Augustiner können sich aus den daraus folgenden finanziellen Zwängen nicht lösen.
Also: Der Konvent wird aufgelöst, das „Semi“ wird aufgelöst, die Gebäude werden an das benachbarte Klinikum veräußert, das Kirchengebäude letztlich profanisiert, also weltlicher Nutzung zur Verfügung gestellt.

Abschiedskonzert
Einen wehmütigen Schlusspunkt setzt das Abschiedskonzert in St. Augustin. Der Prior Alfons Tony, Franz Lahm und Petra Vorsatz organisieren das Konzert. Edgar Krepp an der Orgel und Sabine Lahm mit Gesang interpretieren einen einfühlsamen Musikbogen.

Nochmals: Gratias agimus = Wir sagen Dank (für die Seel-Sorge).


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